Wirsh Coffee Journal · Praktischer Leitfaden
„Specialty Coffee“ sollte dir mehr verraten als eine schicke Packung und ein hoher Preis. Es geht um besondere Eigenschaften – darum, was in der Tasse steckt und was du über die Herkunft des Kaffees erfahren kannst.
Was der Begriff heute bedeutet
Die Specialty Coffee Association (SCA) definiert Specialty Coffee anhand der besonderen Eigenschaften, die dem Kaffee zusätzlichen Wert verleihen. Geschmack und Aroma sind wichtig, aber auch Informationen über die Produzenten, die Aufbereitung und die Rückverfolgbarkeit können eine Rolle spielen. Das geht über Aussagen wie „Specialty = 80 Punkte“ oder „Specialty = 100 % Arabica“ hinaus.
In der Branche wurde früher oft ein Schwellenwert von 80 Punkten beim Cupping als grobe Orientierung verwendet. Das neuere Coffee Value Assessment (CVA)-Framework der SCA nutzt getrennte physische, beschreibende, affektive und extrinsische Bewertungen, um mehr über jeden Kaffee auszudrücken.
Worauf du auf einer Kaffeepackung achten solltest
- Produzent oder Region: Nützliche Informationen über die bloße Angabe des Landes hinaus.
- Aufbereitung: Gewaschene, natürliche, Honey- und andere Methoden können den Geschmack beeinflussen.
- Röstdatum: Aussagekräftiger als eine nicht näher erläuterte Angabe wie „mindestens haltbar bis“.
- Konkrete Geschmacksnoten: Sie dienen als Ausgangspunkt für deine eigene Erfahrung, sind aber keine Garantie.
- Transparente Beschaffung: Klare Informationen sind besser als vage Aussagen wie „Premiumqualität“.
Ist Specialty Coffee immer hell geröstet?
Nein. Specialty Coffee kann für unterschiedliche Vorlieben und Brühmethoden geröstet werden. Eine helle Röstung kann die Säure und den Herkunftscharakter hervorheben, während eine stärker entwickelte Röstung eher tiefere Süße und Schokoladennoten mit sich bringen kann. Keiner der beiden Röststile ist automatisch für alle Kaffeetrinker besser.
Probiere zu Hause eine Verkostung mit zwei Kaffees
- Kaufe zwei frisch geröstete Kaffees mit unterschiedlichen Angaben zu Herkunft oder Aufbereitung.
- Mahle und brühe beide Kaffees nach demselben Rezept zu, notiere anschließend Aroma, Säure, Süße, Mundgefühl und Nachgeschmack.
- Wiederhole die Verkostung, nachdem du eine Brühvariable angepasst hast. Beschreibe, was sich verändert hat, statt nur zu entscheiden, welcher Kaffee „am besten“ war.
Mit unserem Leitfaden zum Cupping zu Hause und unserer Erklärung zu Single Origin vs. Blend wird der Prozess klarer.
Weiterführende Informationen: SCA: Was ist Specialty Coffee? und SCA Coffee Value Assessment.