Kaffeefakten

Wie viel TDS sollte ein Espresso haben?

How Much TDS for an Espresso?

Geimori-Kaffeewissen

Espresso-TDS klingt nach einer Labormessung, aber das Prinzip ist einfach: Wie viel deines fertigen Getränks besteht aus gelöstem Kaffee statt aus Wasser? Diese Angabe ist nützlich, solange du sie nicht mit einer Geschmacksbewertung verwechselst.

Kurzantwort: TDS steht für den Gesamtgehalt an gelösten Feststoffen und wird üblicherweise als Prozentsatz der Getränkemasse angegeben. Espresso weist oft eine um ein Mehrfaches höhere Konzentration als Filterkaffee auf, doch keine einzelne TDS-Zahl garantiert einen guten Shot.

TDS ist die Konzentration, nicht die Extraktionsausbeute

Ein Kaffee-Refraktometer schätzt die Konzentration des gelösten Kaffees in einer Probe. Ein Messwert von 9 % TDS bedeutet, dass etwa 9 % der Masse des getesteten Espressos aus gelösten Kaffeefeststoffen bestehen. Das bedeutet nicht, dass nur 9 % des ursprünglichen gemahlenen Kaffees extrahiert wurden.

Die Extraktionsausbeute (EY) beantwortet eine andere Frage: Welcher Anteil der trockenen Kaffeedosis ist im Getränk gelöst? Bei einer vereinfachten Espresso-Berechnung entspricht die EY ungefähr der Getränkemasse multipliziert mit dem TDS-Anteil, geteilt durch die Trockendosis. Für genaue Messungen braucht man ein korrekt verwendetes Kaffee-Refraktometer und eine richtig vorbereitete Probe.

Ein Rechenbeispiel mit üblichen Espressowerten

Angenommen, du mahlst 18 g Kaffee und erhältst 36 g Espresso. Eine gefilterte, korrekt gemessene Probe weist 9 % TDS auf.

Messung Wert
Trockendosis 18 g
Getränkemenge 36 g
TDS des Getränks 9%
Ungefähre Extraktionsausbeute 36 x 0,09 / 18 = 18 %

Diese Schätzung soll den Zusammenhang zwischen Stärke und Extraktion veranschaulichen. Crema, Schwebstoffe, Probentemperatur, Kalibrierung und Refraktometermethode können alle einen tatsächlichen Messwert beeinflussen. Berechnungen der Espresso-Extraktionsausbeute bilden den Geschmack nicht perfekt ab.

Sind 8-12 % TDS der ideale Espressobereich?

Häufig wird ein Bereich von etwa 8-12 % als gängiger Orientierungswert für die Stärke von Espresso genannt. Das ist ein hilfreicher Richtwert, aber kein allgemeingültiges Ziel: Ristretto, traditioneller Espresso und längere Shots können in unterschiedlichen Bereichen liegen, und Röstung und persönliche Vorlieben sind ebenso wichtig wie das Messgerät.

Eine größere Getränkemenge senkt häufig den TDS-Wert, weil dieselbe Dosis durch mehr Getränk verdünnt wird, auch wenn sich die insgesamt extrahierte Menge erhöhen kann. Deshalb solltest du den TDS-Wert zusammen mit dem Brühverhältnis und dem tatsächlichen Geschmack betrachten.

Wann sich die TDS-Messung lohnt

Für die normale Kaffeezubereitung zu Hause kannst du auch ohne Refraktometer hervorragenden Espresso zubereiten. Mit einer Waage und Verkostungsnotizen kommst du schon sehr weit. Messungen sind hilfreicher, wenn du zwei Mahlscheiben vergleichst, ein kontrolliertes Rezept bewertest oder prüfst, ob eine Änderung die Extraktion erhöht oder verringert hat.

Verwende beim Vergleich von Daten dieselben Bohnen, dieselbe Dosis und dasselbe Verfahren. Wenn dein Espresso sauer schmeckt und schnell durchläuft, sieh dir unseren Leitfaden zu Extraktionsproblemen an, bevor du einem willkürlichen TDS-Wert nachjagst.

Hinweis zur Forschung: Die angegebenen TDS-Werte für Espresso variieren je nach Rezept und Methode. Als Referenz siehe Schmieder et al. (2023), Foods, zur Extraktionskinetik von Espresso.

Suchst du deine erste Kaffeemühle?

Für alltäglichen Espresso sind eine Waage und ein wiederholbarer Ablauf beim Mahlen wichtiger als der Kauf eines Refraktometers.

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