Cupping ist nicht nur etwas für Baristas oder Röster – es ist eine unterhaltsame und unkomplizierte Möglichkeit für alle, die nuancenreiche Welt der Kaffeearomen zu erkunden. Ob du den Unterschied zwischen einer kolumbianischen und einer äthiopischen Bohne kennenlernen oder deinen Geschmack verfeinern möchtest – mit Cupping kannst du Kaffee wie ein Profi verkosten. Hier findest du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Einstieg.
Was ist Cupping?
Cupping ist eine weltweit verwendete standardisierte Methode zur Bewertung von Aroma, Geschmack und Qualität von Kaffee. Stell es dir wie eine Weinprobe für Kaffee vor: Du vergleichst mehrere Proben nebeneinander und konzentrierst dich auf Duft, Säure, Süße, Körper und Nachgeschmack. Profis verwenden die Methode zur Qualitätskontrolle, aber auch Anfänger können damit ihre Vorlieben entdecken und ihren Geschmackssinn trainieren.
Schritt 1: Utensilien zusammenstellen
Du brauchst keine ausgefallene Ausrüstung – nur ein paar Grundlagen:
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Kaffeebohnen : Beginne mit 3–5 Sorten aus verschiedenen Anbaugebieten, Röstgraden oder Aufbereitungsverfahren (z. B. natural oder gewaschen).
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Mühle: Eine Mühle mit Kegel- oder Scheibenmahlwerk sorgt für gleichmäßige Ergebnisse.
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Waage: Präzision ist entscheidend! Verwende ein Verhältnis von 8,25 Gramm Kaffee pro 125 ml Wasser (je nach Schalengröße anpassen).
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Schalen: Ein Fassungsvermögen von 200–260 ml ist optimal.
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Löffel: Cupping-Löffel sind ideal, aber jeder tiefe Löffel ist geeignet.
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Timer & Wasser: Verwende frisch aufgekochtes Wasser (90–96 °C/195–205 °F).
Verkostungsbögen: Optional, aber hilfreich, um Beobachtungen zu notieren.
Schritt 2: Kaffee vorbereiten
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Bohnen mahlen: Mahle für jede Probe die Bohnen auf einen mittelfeinen Mahlgrad (ähnlich wie Meersalz). Profi-Tipp: Mahle zuerst 2 zusätzliche Gramm und entsorge sie, um eine Kreuzkontamination durch vorherige Bohnen zu vermeiden.
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Wasser hinzufügen: Gieße heißes Wasser direkt auf das Kaffeemehl in jeder Schale. Starte sofort den Timer.
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4 Minuten warten: Lass den Kaffee ziehen. Oben bildet sich eine Kruste aus Kaffeepartikeln – das ist normal!
Schritt 3: Kruste aufbrechen & riechen
Drücke die Kruste nach 4 Minuten dreimal vorsichtig mit deinem Löffel zur Seite. Beuge dich vor und atme tief ein - dadurch wird das Aroma des Kaffees freigesetzt. Achte auf Düfte: blumig, fruchtig, nussig oder erdig. Dieser Schritt ist entscheidend - 80 % der Geschmackswahrnehmung entstehen durch den Geruch!
Schritt 4: Abschöpfen und Aufräumen
Verwende zwei Löffel, um die verbliebenen, an der Oberfläche schwimmenden Kaffeepartikel zu entfernen. So erhältst du ein sauberes Geschmackserlebnis.
Schritt 5: Zeit zum Probieren!
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Laut schlürfen: Tauche deinen Löffel in die Schale, fülle ihn mit Kaffee und schlürfe kräftig. Durch das Schlürfen wird der Kaffee mit Luft angereichert und über deinen gesamten Gaumen und in deiner Nase verteilt. Sei nicht schüchtern - so machen es die Profis!
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Konzentriere dich auf die Eigenschaften:
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Säure: Ein spritziges, säuerliches Gefühl (wie bei Zitrusfrüchten).
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Süße: Ist sie honigartig, karamellig oder fruchtig?
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Körper: Wie schwer oder leicht fühlt er sich an? (Denk an Vollmilch im Vergleich zu sk
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Geschmack: Achte auf bestimmte Noten - Schokolade, Beeren oder Gewürze.
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Nachgeschmack: Bleibt der Geschmack angenehm lange erhalten oder verschwindet er schnell?
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Abkühlen lassen: Probiere den Kaffee erneut, nachdem er abgekühlt ist (5-10 Minuten). Die Säure tritt deutlicher hervor und verborgene Aromen können zum Vorschein kommen.
Schritt 6: Löffel reinigen
Spüle deinen Löffel zwischen den Proben mit heißem Wasser ab, damit sich die Aromen nicht vermischen. Wenn du mit anderen cuppst, gieße den Kaffee in ein Schnapsglas, bevor du ihn schlürfst, um die gemeinsame Verbreitung von Keimen zu vermeiden.
Schritt 7: Notizen machen und vergleichen
Notiere deine Eindrücke. Mit der Zeit wirst du Muster bei deinen Vorlieben erkennen (z. B. spritzige afrikanische Kaffees im Vergleich zu nussigen mittelamerikanischen). Nutze das Aromenrad der Specialty Coffee Association zur Inspiration, wenn dir die passenden Beschreibungen fehlen.
Warum Cupping wichtig ist
Cupping verlangsamt den Prozess und macht Kaffee zu einem Erlebnis. Es geht nicht ums Trinken, sondern ums Genießen. Indem du dich auf Aroma, Textur und Geschmack konzentrierst, entwickelst du eine tiefere Wertschätzung für die Komplexität von Kaffee. Außerdem ist es eine großartige Gelegenheit, neue Bohnen auszuprobieren!
Letzter Tipp: Übung macht den Meister
Beginne mit 2-3 Kaffees und taste dich nach und nach vor. Mach dir keine Sorgen, wenn du anfangs keine Aromen erkennen kannst - selbst Profis verwenden Referenzleitfäden. Ziel ist es, deine Sinne zu schulen und Spaß zu haben. Also schnapp dir ein paar Bohnen, erhitze Wasser und beginne mit dem Cupping - deine Geschmacksknospen werden es dir danken! ☕